«Stoppt die Kampagne, ich habe zu viele Anfragen.»

Simon Getzmann suchte Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger für sein Team in Biel. Ich habe Strategie, Videos, Landingpage und Kampagne gemacht. Nach wenigen Tagen kam seine WhatsApp.
Ausgangslage
Simon Getzmann leitet ein Team in der Versicherungsbranche in Biel und sucht regelmässig Quereinsteigende. Diese Leute suchen keine Stelle. Sie haben einen Job und wechseln erst, wenn sie sehen, dass es auch anders geht. Ein Inserat erreicht sie nicht. Dazu kommt, dass der Quereinstieg in die Versicherung erklärungsbedürftig ist und bei vielen ein Bild im Kopf auslöst, das nicht stimmt.
Vorgehen
Ich habe das als System gebaut, nicht als einzelnes Video. Zuerst die Strategie: wen wir ansprechen, mit welchem Versprechen, auf welchem Kanal. Dann ein Drehtag mit Simon, aus dem zwölf verschiedene Ads und zwei lange Gespräche entstanden, vom Zehn-Sekunden-Hook bis zur anderthalbminütigen Erklärung, mit unterschiedlichen Aufhängern: Lohn, Ausbildung, Familie, Quereinstieg, Humor. Dazu eine eigene Landingpage mit kurzem Formular, damit eine Anfrage in dreissig Sekunden erledigt ist. Die Ads liefen parallel auf Facebook, Instagram und TikTok, TikTok brachte 97 Prozent der Impressionen und 85 Prozent der Anfragen, für einen Bruchteil des Geldes. Projektleitung, Konzept, Dreh und Schnitt bei mir, den Paid-Teil hat ein Partner aus meinem Netzwerk übernommen.
simongetzmann.chZwölf Ads aus einem Drehtag.
Testen statt raten
Zwölf Varianten gleichzeitig im Markt. Nach wenigen Tagen ist klar, welcher Aufhänger zieht.
Eigene Landingpage
Kein Stelleninserat, keine Bewerbungsmaske. Eine Seite, ein kurzes Formular.
Kurze Ads oben, lange Gespräche unten
Zehn bis dreissig Sekunden für den Einstieg, dreizehn und zehn Minuten für alle, die es ernst meinen.

“Ich musste Fabio nach ein paar Tagen eine WhatsApp schreiben: Hey, stoppt die Kampagne. Ich habe zu viele Anfragen.”
Zwölf Ads, hier sieben davon

Quereinstieg, 10 Sekunden

Ausbildung, 13 Sekunden

Mitarbeiter erzählt, 22 Sekunden

Humor, 38 Sekunden

Direkte Ansprache, 83 Sekunden

Quereinstieg erklärt, 88 Sekunden

Die lange Erklärung, 95 Sekunden
Kurz oben, lang unten
Am selben Drehtag entstanden auch zwei lange Gespräche. Eines mit Simon, rund dreizehn Minuten: Wen sucht er, warum sucht er, was erwartet jemanden, der einsteigt. Kein Werbefilm, ein Gespräch.
Das zweite, rund zehn Minuten, mit einem Mitarbeiter, der selbst als Quereinsteiger angefangen hat. Wer er ist, warum er gewechselt hat, wie der Einstieg wirklich war.
Dreizehn Minuten schaut niemand zufällig. Genau das ist der Punkt.
Oben im Funnel stehen die kurzen Ads, zehn bis dreissig Sekunden, schnell und auffällig, für Leute, die gerade scrollen. Wer klickt, landet auf der Bewerbungsseite. Wer dort noch zögert, bekommt die langen Videos.
Genau diese zwei langen Videos liefen auf der Bewerbungsseite.
Wer sich dreizehn Minuten Zeit nimmt, schaut nicht aus Neugier. Diese Person hat sich im Kopf schon entschieden und will nur noch wissen, ob es wirklich passt.
Je tiefer im Funnel, desto länger das Video und desto mehr Information.

Warum suche ich dich?
Der Auftraggeber erklärt in Ruhe, wen er sucht und warum.

Im Gespräch mit Jakub
Ein Mitarbeiter erzählt, wie der Quereinstieg bei ihm gelaufen ist.
Was dabei herauskam
537 Anfragen für rund CHF 4 pro Anfrage. Etliche Gespräche, mehrere Einstellungen.
Nach den ersten Tagen bat Simon, die Kampagne zu stoppen. Danach lief sie immer wieder, jedes Mal wenn er neu suchte. Zuletzt ab Februar 2026 mit einer zweiten Kampagne.
Ein Drehtag trägt so über anderthalb Jahre. Die Videos bleiben, die Kampagne wird ein- und ausgeschaltet wie ein Hahn.
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